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Wächtersbach, den 16.05.2020

Artikel der Gelnhäuser Neue Zeitung vom 16.05.2020


Wächtersbacher Stadtumbau: Projektleiter Michael Böhme skizziert die Eckpunkte der Renovierung und die künftige Nutzung des alten Amtsgerichts

 

Wächtersbach (dg). In der Messestadt rückt im Rahmen des Stadtumbaus, den das Darmstädter Büro Rittmannsperger für Wächtersbach maßgeblich organisiert, ein weiteres Projekt in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses: Im alten Amtsgericht soll künftig ein generationsübergreifendes Nutzungskonzept implementiert werden: Das Gebäude wird laut Beschluss der städtischen Gremien nach der seit Kurzem laufenden Sanierung künftig für die U3-Kinderbetreuung und die Seniorentagespflege genutzt. Der zuständige Projektleiter der Rittmannsperger GmbH, Michael Böhme, erläutert und skizziert die Details des Projekts.

 

GNZ: Welche Sanierungsschritte stehen beim alten Amtsgericht im Einzelnen an und welches Konzept wird dabei verfolgt?

Michael Böhme: Wir sprechen von einer vollständigen Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes: Das ehemalige Amtsgericht wird eine Anlaufstelle für junge und alte Menschen. Dies bedeutet die Unterbringung eines Betreuungsgebäudes für bis zu 36 Kinder im Erdgeschoss sowie die Errichtung einer Tagespflegeeinrichtung im Obergeschoss für 16 Patienten. Um diese Nutzungsänderungen zu ermöglichen, werden die Grundrisse an die neuen Anforderungen angepasst. Zusätzlich wird die Innenausstattung gemäß den Nutzungen angeglichen und barrierefrei ausgestaltet. Dies impliziert auch die Errichtung eines Aufzugs im Inneren des Gebäudes sowie den Bau von Rampen, um eine Barrierefreiheit für alle Geschosse gewährleisten zu können. Im Dachgeschoss wird neben dem Büro der Tagespflege ein Sozialraum und Wohnraum unter anderem für das Pflegepersonal hergestellt werden.

 

Welche weiteren baulichen Veränderungen werden im Zuge der Renovierung umgesetzt?

Neben der beschriebenen funktionalen Änderung des Gebäudes wird auch eine energetische Sanierung der Gebäudehülle, des Daches sowie der Fenster vorgenommen. In diesem Zusammenhang soll auch das Gebäude an das Nahwärmenetz angeschlossen werden. Für die energetische Sanierung werden Fördermittel aus dem Kommunalinvestitionsprogramm (KIP) eingesetzt. Außerdem wird es einen Ergänzungsneubau geben. Hier werden angrenzend an das Bestandsgebäude zwei zusätzliche Gruppenräume für eine Kindertagesstätte geschaffen. Die Dachterrasse auf dem An- und Neubau dient der Tagespflege als zusätzlicher Außenraum.

 

U3-Betreuung und Seniorentagespflege vereint unter einem Dach – Was spricht aus der Sicht des Stadtplaners für dieses generationsübergreifende Nutzungskonzept?

Die Besonderheit des Projekts ist der generationsübergreifende Ansatz in einem Gebäude und in der besonderen Eignung des Objekts für die bereits dargestellten Nutzungen. Das zweigeschossige Gebäude bietet durch ausreichend Belichtung einen starken Außenraumbezug, der insbesondere für die Orientierung demenzerkrankter Menschen wichtig ist. Als Weiteres kann durch den umgebenden Garten ein attraktives Außengelände für beide Zielgruppen geschaffen werden. Somit wird ein Begegnungs- und Kommunikationsort ermöglicht, woraus beide Nutzergruppen durch entsprechende Begleitung voneinander lernen können. Dabei bietet Garten als Grünflächenraum die Gelegenheit, niedrigschwellige Projekte des „Voneinander-Lernens“ zu initiieren.

 

Was können Sie zur Finanzierung des Projekts sagen und wann soll es fertiggestellt sein?

Die Hauptfinanzierung erfolgt über den „Investitionspakt Soziale Integration im Quartier“, der 90 Prozent der Gesamtkosten von 3,085 Millionen Euro trägt. Der Kommunalinvestitionspakt beteiligt sich mit rund 125 000 Euro an der energetischen Sanierung wie beispielsweise der Fenster und der Klappläden. Der Stadtumbau und hier insbesondere das in diesem Zuge beschlossene, integrierte Handlungskonzept unter Maßgabe der Bürgerbeteiligung bildeten die entscheidenden Voraussetzungen für die erfolgreiche Antragsstellung. Die Fertigstellung des gesamten Umbaus ist zum Dezember 2021 vorgesehen.

 

Wie gestaltet sich die Zufahrts- und Parkplatzsituation, betrachten Sie diese als ausreichend?

Die Hol- und Bringsituation ist von den Nutzern getrennt geregelt: Die Zufahrt zur Tagespflege erfolgt über die Bahnhofstraße. Der bestehende Haupteingang wird barrierefrei ausgebaut. Das Bestandstreppenhaus wird an einen neuen Aufzug angeschlossen und erschließt künftig die Tagespflege, die Sozialstation und die Wohnräume für Pflegepersonal im Dachgeschoss. Die Überfahrt des Aufzugs wird durch den Bau einer Fledermausgaube, wie in der Hauptfassade kaschiert. Die Abfahrt erfolgt über die Straße „Im Aßmusgarten“, dafür wird der provisorische Anbau am Nebengebäude entfernt, um am Gebäude vorbeifahren zu können. Der Zugang zur Kindertagesstätte erfolgt über den bestehenden Parkplatz „Im Aßmusgarten“ direkt in den Neubau. Dadurch werden nur kontrollierte Begegnungen sichergestellt. Das Nebengebäude (sprich: die ehemalige Verwahrzellen) wird zur Lagerung unter anderem von Kinderspielgeräten, aber auch von Müll in einem abgegrenzten Bereich genutzt. Der Haupteingang zur Kindertagesstätte liegt auf der Westseite, direkt am Bestandsparkplatz „Im Aßmusgarten“. Dadurch kann eine Trennung zwischen den Älteren und den Jüngeren beim Holen und Bringen sichergestellt werden.

 

Foto: GNZ Geißler